SO 26. MÄRZ 2017

GOLDENES ZEITALTER DER ANSICHTSKARTE

Vortrag


Beginn 15.30 Uhr / Eintritt frei

 

Aus der Geschichte der Ansichtskarte - Von der offenen Postsendung zur Künstlerkarte

Die Zeit zwischen 1890 und 1914 wird als das „Goldene Zeitalter der Ansichtskarte“ genannt. Sammlerfreund Winfried Koksch vom Verein der Jenaer Philatelisten e.V. erläutert dies in seinem Vortrag „Von der offenen Postsendung zur Künstlerkarte – Jenaer Künstler gestalten Ansichtskarten“ anschaulich mit historischen Belegen und Karten. Er dokumentiert, wie vor fast 150 Jahren die ersten Ansichtskarten als neues Kommunikationsmittel entstanden sind, welchen Themen sich die Ansichtskartengestalter widmeten, wie sich ein eigenständiger Industriezweig am Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte und ein beliebtes Sammelgebiet entstand.

Offene Postsendungen waren in den altdeutschen Postgebieten nicht erlaubt. Moralische Aspekte wurden als Begründung angegeben, es galt das Briefgeheimnis. 1865 wurde in Preußen die sogenannte „Offene Karte“ eingeführt. Sie diente zur Ankündigung von Vertreterbesuchen oder anderen geschäftlichen Zwecken und trägt in Sammlerkreisen die Bezeichnung „Vertreterkarte“. Noch bevor Dr. Heinrich von Stephan seine Idee eines „Offenen Postblattes“ in die Praxis umsetzen konnte, brachte der Österreicher Dr. Emanuel Herrmann am 1. September 1869 die Correspondenz-Karte an die Postschalter der k. u. k. Monarchie. Neun Monate später folgte die Norddeutsche Postverwaltung. Am 1. Juli 1872 führte die Reichspost ein neues Format ein, reduzierte die Gebühren um die Hälfte und bezeichnete dieses Produkt als „Postkarte“.

Vom Grundsatz war die Correspondenz-Karte bzw. Postkarte dafür gedacht, kurze, schriftliche Informationen zu übermitteln. Nun lag es nah, neben einem Text auch ein Bild auf die Karte zu bringen. Auf der „postalischen Seite“ fand man in den 70iger Jahren des 19. Jahrhunderts vereinzelt kleine Bildchen, nutzte dann aber die Rückseite für bildliche Darstellungen. Die Ansichtskarte war geboren und die Sammelleidenschaft ist noch heute ungebrochen. Es wird jedoch ungeklärt bleiben, wer der Erste war, der auf die Idee gekommen ist, die Postkarte mit einer Illustration zu versehen.

 

Das Foto zeigt eine frühe Jenaer Ansichtskarte aus dem Jahre 1883.

 

Die Fuchsturmgesellschaft lädt herzlich ein!

 


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